Donnerstag, 5. August 1999

Kajakurlaub Alpen V

4. Tag: Rißbach (7km)
Auf der Fahrt nach Hinterriß, unserem Startpunkt, fuhren wir über eine Straßenbrücke von der sich einem ein imposanter Anblick darbot: Die Klamm, über die die Brücke führte, war ca. 15 Meter tief. Unten brodelten die auf wenige Meter Breite eingepferchten Wassermassen des Rißbaches und bildeten mehrere Wasserfälle, von denen einer an die 8 Meter tief war.
(Foto 5)
Dadurch, dass die Straße immer dicht am Rißbach entlangführte, konnte man diesen auf der Weiterfahrt sehr gut besichtigen, so dass wir außer einer Überraschung schon gut auf alle schwierigen Stellen vorbereitet waren.
In Hinterriß ging es zuerst ganz gemütlich los. Doch schon nach kurzer Zeit erreichten wir die erste WW4-Stelle, die auch die schwierigste des heutigen Tages war, wie sich herausstellen sollte. In einer scharfen Rechtskurve gab es einen kleinen Fall, der aber wegen der großen Walze nicht ganz ohne war. Gleich darauf folgte ein Felsen in der Mitte der Strömung der selbstverständlich umfahren werden mußte, was ja auch keine große Schwierigkeit darstellte, jedoch folgten unmittelbar danach zwei weitere Felsen, die nur eine schmale Durchfahrt ließen, die in einem Wasserfall endete und noch zudem in der Mitte einen weiteren großen Gesteinsbrocken aufwies.
(Foto 6)
Hatte man die erste Stelle knapp überwunden, so hatte man gar keine Zeit, sich auf die zweite zu besinnen, sondern mußte zusehen, dass man an den Steinen vorbeikam, vor allen Dingen am letzten, der lag ganz ungünstig. Alle waren heile durchgekommen, ich fuhr mal wieder als Letzter (Ich hatte auch die beste Ausrede:"Fahrt ihr mal vor, ich fotografiere euch dann!").
Ich hatte Glück, der letzte Stein hätte mich fast drinliegen sehen. Doch irgendwie wurde ich vom Wasser an ihm vorbeigedrückt, nachdem ich ihn schon gerammt hatte.
Danach war es wieder ziemlich ruhig, bis zur nächsten schnellen Stelle, die auch alle ohne Probleme gemeistert hatten. Nur Malte blieb in der letzten Walze fast hängen, weil er vor lauter Wasser nicht mehr gesehen hatte, wo er war und deshalb diese Walze fast rückwärts durchfuhr.
Auf der Weiterfahrt meinten wir, wir hätten nun das gröbste überstanden. So ließen wir uns gemütlich nichtsahnend von der schnellen Strömung treiben, als plötzlich die Ufer zusammenrückten, wobei das rechte sehr hoch war, das linke seltsamerweise aber so niedrig, dass man über es hinweg hinuntergucken konnte. Der ganze Bach glich einer Rutsche. Ich war einige Meter vor der Stelle in ein Kehrwasser gefahren, kam nun wieder heraus und sah ganz unvorbereitet den Anfang dieser Stelle und Malte knapp davor. Ich dachte mir, das könne ja so schlimm nicht sein, sonst hätten wir das vorher besichtigt. Mitten in besagter Rutsche jedoch lag ein überspülter Felsen, der hinter sich ein ordentliches Loch bildete. Die darauffolgende Welle war auch nicht schlecht. Diese Rutsche führte direkt in eine tiefe Klamm. Noch ein paar Walzen und Wellen und ich erreichte die ersten Kehrwässer, wo die anderen warteten. Olli war ganz begeistert davon, dass er hinter dem Stein in der Rutsche wegen der Welle ungewollt gekerzt hatte.
Das letzte Stück gestaltete sich super. WW3 durchgängig bis zur Ausstiegstelle mitten in der Schlucht, die wir vorhin mit einem T-Shirt markiert hatten, denn wir hatten keine Lust, ausversehen weiterzufahren und in der Walze des 8 Meter-Wasserfalles hängenzubleiben.
Jetzt bewährte sich Ollis Fahrrad, dass wir mitgenommen hatten. Wir hatten es an der Ausstiegstelle angeschlossen um nachher den Bulli nachholen zu können. Jörg versuchte zwar, per Anhalter nach Hinterriß zu kommen, aber es schien kein Autofahrer Lust zu haben, einen Paddler in nassen Neoprenklamotten mitnehmen zu wollen. So mußte er wohl oder übel mit dem Fahrrad fahren, selbstverständlich auch in nassem Neopren. Wir anderen nutzten die Zeit, um uns zu sonnen und zu trocknen.







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