Mittwoch, 4. August 1999

Kajakurlaub Alpen IV

3. Tag: Loisach (6km)
Da unser Campingplatz sowieso an die Loisach grenzte, wollten wir diese heute befahren.
Bevor wir am "Gschwandtsteg" einstiegen, besichtigten wir die am Eingang zur "Griesenschlucht" "gewesene" Betonbrücke, die das letzte große Hochwasser mitgerissen hatte.
Die Loisach wartete mit dem bisher interrssantesten und anspruchsvollsten Wildwasser seit unserer Ankunft in Garmisch Partenkirchen auf. Sie hatte ein bißchen Oker-Charakter, wenn sie auch zur Zeit nicht so wuchtig war (auch hier niedriger Pegel) und bescherte uns die ersten Schwimmer: Olli und ich sind je einmal ausgestiegen, denn wir hatten arge Probleme mit den hier wirklich in beträchtlicher Anzahl und an den ungünstigsten Stellen herumliegenden Felsbrocken. Der Vordermann, der Jörg war, mußte sich den Stromverlauf sehr genau anschauen, um uns den richtigen Weg weisen zu können. Bei zunehmendem Gefälle und zunehmender Verblockung gelangten wir dann langsam aber sicher an die heftigsten Stelle. Hier war der Fluß auf der gesamten rechten Seite verblockt und es blieb nur eine enge Durchfahrt ganz links, worauf eine scharfe Rechtskurve mit anschließender "Zentimeterpassage" und kleinem Abfall folgte, daher auch die Bezeichnung “Dom”. Wir sind alle mit mehr oder weniger zerschrappten Ellenbogen aber sonst gesund und munter hindurchgekommen.
(Foto 4)
Dann passierten wir eine Stelle vor einer Eisenbahnbrücke, an der das Gefälle wiederum zunahm, wobei sich der Fluß auf einem ziemlich breiten Bett seinen Weg zwischen verstreut umherliegenden Felsen in allen Größen und Formen suchte. Olli hatte sich wieder mit einem ziemlich großen Stein angefreundet und schien diese Freundschaft schon gar nicht mehr aufgeben zu wollen. Wir drängten ihn, sich von dem Stein zu trennen, denn wir wollten weiterfahren, aber Olli kam einfach nicht. Da nahm sich ein im Wasser herumstiefelnder Kajaklehrer, der schon mehrere seiner Schüler energisch von solchen Freundschaften befreit hatte, seiner an und trennte die beiden sich innig Umarmenden zu unser aller Vergnügen.
Wir gelangten daraufhin zu einer Flußbaustelle, an der auf rund 400 Metern Länge Bagger und Raupen mit der Renaturierung der Flußlandschaft beschäftigt waren. Kurz darauf langten wir auch schon am Campingplatz an.


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