Mittwoch, 23. Mai 2001

Elbe um Magdeburg

Pfingsten sind wir auf der Elbe rund um Magdeburg unterwegs. Das Wetter war so schlecht, dass ich meine Kamera auf dem Bach erst gar nicht rausgeholt habe.

Hier mein Bericht aus dem Jahr 2001:

Pfingstfahrt Elbe 2001 - Magdeburg

Anmeldungen hatten wir eigentlich genug. So machte sich unser Olli auf den Weg zur nächsten Autovermietung und beschaffte für den gewünschten Zeitraum zu günstigen Konditionen einen Mercedes-Sprinter. Schade nur, dass wir nachher so viele Absagen zu verzeichnen hatten. So fuhren wir am Freitag mit nur 5 Personen und zwei Kraftfahrzeugen gen Magdeburg. Dabei waren:

Olli
Dajana
Simon
Astrid
und Adrian
.

Nachdem man auf der Hinfahrt Gelegenheit hatte, ausgiebig die beeindruckenden Bauwerke der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zu bewundern, erreichte man guten Mutes den Kanu-Klub Börde in Magdeburg. Aber unser Mut sollte schnell gewaltig schrumpfen, denn das Wetter änderte sich schlagartig. Hastig wurden die Zelte aufgeschlagen und der mitgebrachte Pavillon installiert, womit wir so unsere Problemchen hatten. Aber endlich war auch dies geschafft. Und schon prasselte der Regen herab, wozu sich auch noch ein kühles Lüftchen gesellte.in Helmstedt war die Stimmung noch gut Wir hatten die Schn... voll. Rein in den Bulli und ab in die Stadt. Das gelbe "M" zog uns magisch an. So gestärkt noch einen kurzen Stadtbummel und wieder zurück ab in die Zelte.
Der nächste Morgen sah nicht sehr freundlich aus. Schwarze Wolken zogen tief über das Land, angetrieben von einem für diese Jahreszeit empfindlich kühlen Westwind. Schlotternd fertig gemacht, eingekauft, Hänger angehängt. Wenigstens regnete es noch nicht.
Nachdem wir uns ein paar Mal verfahren hatten, erreichten wir den SSV Blau-Weiß-Barby. Den 7er ins Wasser zu bekommen, war hier nicht ganz so easy, denn das Ufer war vom vergangenen Hochwasser "etwas aufgeweicht". Immerhin saßen wir im Boot bevor es anfing zu regnen. Das war auch der Grund, weshalb wir keine Fotos vom Paddeln haben, immer wenn wir im Boot saßen, regnete es. Na ja, was gibt es viel zu erzählen? Von der Landschaft sahen wir nicht viel, regenverhangen und grau. Frierende Finger, Gegenwind und der Wunsch, diese verflixten 32 Kilometer möglichst schnell hinter uns zu bringen beherrschten unser Tun. Irgendwann haben wir es auch geschafft. Und als wir da waren - regnete es nicht mehr! Doch zu früh gefreut. Kaum hatten wir den Grill angeschmissen, ging es wieder los. Gut dass wir den Pavillon mithatten.unser Lager Wir rückten in der Mitte dicht zusammen und obwohl der böige Wind immer mal ab und zu eine Gischt über den Teller trieb, schmeckte die Bratwurst. So brachten wir auch diesen Abend hinter uns und krochen, wer hätte das gedacht, früh ins Bett.
Auch der Sonntagmorgen war nicht sehr vielversprechend. Über Nacht war es noch kühler und windiger geworden und unser Pavillon hatte sich losgerissen. Wir fischten ihn von der benachbarten Wiese und bauten ihn mit Mühe wieder auf. Dann kam Simon vor dem Frühstück auf die total abnormale Idee, mal eben über die Elbe zu schwimmen, wozu man sagen muss, dass der Kanu-Klub an einem renaturierten Seitenarm liegt, der aber immerhin ca. 400 Meter breit ist. Dummerweise ließen sich Olli und Adrian auf eine Wette ein und verloren 30 DM. Sprang dieser Verrückte doch bei eisigen Temperaturen, einer steifen Brise und um 8 Uhr morgens in die Elbe!!
Beim Frühstück überlegten wir uns, ob wir bei dem Wetter paddeln wollen. Wir entschieden uns, die geplante Strecke etwas abzukürzen. Doch mußten wir dazu erst eine Ausstiegstelle finden. Nach vielen Kilometern und Wutausbrüchen des Fahrers fanden wir die dann auch. Wie der Ort hieß weiß keiner mehr aber die Stelle war gut markiert durch die Autobahnbrücke. So ließen wir einen Wagen dort stehen und machten uns und den 7er abfahrbereit. Der Seitenkanal war ja noch ganz nett, doch als wir dann auf den Hauptstrom einbogen, knallte uns die pralle Ladung Wind entgegen. Dazu noch Schiffsverkehr und wir hatten die fettesten Wellen, die der Autor jemals mit dem 7er erlebt hat. Wie gut, dass jemand anderes Schlagmann war."Ey Mann, lass uns hier abhauen!" Der bekam eine Ladung Wasser nach der anderen ab. Nach gut einer verzweifelten halben Stunde "Gegendenwindankämpfen" machte die Elbe eine Biegung und wir bekamen den Wind glücklicherweise von der Seite. Jetzt kamen wir eigentlich ganz flott voran. So waren dann die 16 Kilometer bis zur Autobahnbrücke schnell geschafft. Etwas Mühe machte es, den 7er das steile Ufer hinauf- und auf den Hänger zu bugsieren. Als das erledigt war, waren auch wir erledigt.
So ist es auch gut verständlich, dass wir beschlossen, in der Stadt zu essen. Denn es regnete auch schon wieder und der Pavillon stand auch nicht mehr so, wie er sollte. Aber wir fuhren nicht zum gelben "M", sondern gingen in ein italienisch-thailändisches Restaurant! Es schmeckte hervorragend. Wieder auf dem Zeltplatz, Ollis fantastischen Paddel- und Bundeswehrstorys gelauscht und dann ab ins Zelt.
Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter immer noch nicht geändert. So änderten wir unseren Plan. Wir verzichteten darauf, heute zu paddeln und packten stattdessen unsere Siebensachen zusammen. Elbe, vielleicht sehen wir uns einmal unter etwas freundlicheren Bedingungen wieder.
Als wir auf der Autobahn waren, schien die Sonne.

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